Franken angenommen werden. Belege für die Vierziger Jahre sind für
Weißenkirchberg, Leutershausen und die Weißenburger Gegend (Gröschel),
auch für das Amt Stauf (Lehnert~Barth) vorhanden.
die Bauerlichen Vertragsbücher oder Waisenbücher von 1601 bis 1661.
Zeitlich kurz nach dem Tod des Vaters oder der Mutter, jedenfalls vor
Wiederverehelichung des überlebenden Elternteils wurden Verträge vor der
Herrschaft errichtet, in denen die väterlichen bzw. mütterlichen
Erbteile festgesetzt, Gerhaben (Vormünder) verordnet und genaue
Abrechnungen über die auf Zins ausgeliehenen Waisengelder
niedergeschrieben wurden. Die Aufzählung der erbberechtigten Kinder, das
Datum der Auszahlung u. a. machen mit den seit 1630 erhaltenen Kirchenbüchern
möglich, eine ziemlich geschlossene Aufstellung der Hausegger Bauenschaft
nach Familien und Höfen zu fertigen und nach Abschluß der umfangreichen
Arbeit genau zu ermitteln, welche Höfe in den Jahren 1652-1660 durch
Abwanderung ins "Reich” den Besitzer wechselten. Aus der Großzahl
von Familienblättern mit bereits etlichen Hundert Exulanten mag ein
Beispiel an der Familie Zellhöfer vom Steigerhof, Gem.Unteramt, Pfarrei
Gresten NÖ genügen:
Zellhofer Hans, begraben 18. 12. 1649, am Steigerhof 1606-1649;
I. oo (ca. 1603) Eva, t vor 24. 4. 1607,
II. oo (ca. 1607) Amla begraben 24. 4. 1649 Gresten;
Kinder:
Zellhofer Stephan (1), übernimmt 1650 den Steigerhof, Hft. Hausegg b.
Gresten. Zuvor 1630-1637 am Hintern Hoderberg, 1638-1650 am Hintern
Gasteig, * vor 16.3.1656 (Erbvertrag Eol. 273').
Er oo ca.1629 Ursula (sie II. oo 1656 Hans Vogel),
Kinder:
1. HanB, geb. 1630, ab 1654 als Exulant in Dietenhofen, 1660-1679
Bauer Lendersdorf, * 13.4.1684 das. oo Dietenhofen (Mfr.)
5.3.1660 Elisabeth Ke1ler.
2. Simon, geb. 1631/1634, 1671 noch in Hft. Hausegg NO.
3. Adam getauEt 18. 8. 1637 Gresten, 1671 Exulant "im Reich”
in Steinbach, Pf. Großhaslach (Mfr).
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4. Elisabeth get. 3. 10. 1635 Gresten, begraben 13.5.1645 Gr.
5. Georg getauft 5. 10. 1645 Gresten, 1671 ExuIant "im
Reich”...
6. Jakob getauft 27. 5. 1648 Gresten. 1671 noch i. Hft Hausegg.
6. Maria geb. 1631/1634, oo 4.3.1661 Rügland (Mfr) Philipp
Wagenhofer, ExuIant aus Gresten.
8. Sophia getauft 24. 3. 1639 Gresten, 1671 ExuIantin “Reich”,
9. Sara geb. 1650/1655, 1671 Exulantin “im Reich".
Zellhofer Jakob (3), (1647) Inwohner am Steigerhof, ExuIant in Lindach
bei Rügland (Mfr);
Marriage 1 in Gresten 12 Feb 1647 to Roßina Vogel, begraben 28 May
1647 Gresten;
Marriage 2 in Gresten 15 Jan 1648 to Maria, Widow Witwe des Hans
Dorrer.
1. Christoph getauft 6. 3. 1647 Gresten.
Zellhofer Thomas (7), am Hintern Hoderberg. Gem. Unteramt, Pf. Gresten
NÖ. t vor 23.1. 1650. begraben Gresten,
oo (vor 1633) Gresten, Gertrauch ..., als Witwe
oo Ü Gresten (1661) Michael Scheffauer, am hint. Hoderberg;
1. Andre get. 3. 10. 1640 Gresten, 1671 ExuIant "im Reich".
2. Georg get. 3. 4. 1647 Gresten, 1.671 ExuIant "im Reich".
3. Maria get. 30. 3. 1633 Gresten. oo J661 Georg T e u fe I 1.671 aIs
Exulanten "im Reich”.
4. Barbara get. 5. 4. 1635 Gresten, oo (1662) NiclauB G r ab ne ran
der ZaritzIeuthen.
5. Sara get. 25. 2. 1637 Gresten, 00 1662 Dietenhofen (Mfr) Jacob Be
a c k e r (aus Hft. Hausegg), 1671 ExuIanten '.im Reich.
6. Gertrauch get. 30. 12. 1639 Gresten, 1671 Exulantin ..im Reich...
7. Catharina geb. ca. 1644 Gresten, ro 1672 Dietenhofen (Mfr)
Leonhard
M ü n c h ho fer .Herpersdorf, ExuIanten.
Die verschiedenen Glieder der Sippe Zellhofer vom Steigerhof, 1671 aus
AnlaJ3 einer Erbregelung als Exulanten ..im Reichu bezeugt, sind
bereits ab
1654 in Dietenhofen und Umgebung durch Kirchenbucheintragungen belegt.
Graf Seefried berichtet in der Geschichte des Marktes Gresten uber die
schwierige Ruckfuhrung der Bevolkerung zum Katholizismus. ., ...welche
sich
nicht bekehren lief3en. erhielten die notigen Passe zur Auswanderung
oder
begaben sich ohne solche auf die Wanderschaft. Allmahlich wurde sich
die
Landesregierung bewuJ3t, daf3 die Strafe der Landesverweisung eine sehr
zweischneidige Waffe war. Die Zahl der Odstatten, der zerfallenen
Bauern-
hofe, von ihren Besitzern verlassen, nahm zu und aus den Stachen und
Markten zogen oft gerade die besten Handwerker nach Deutschland.
Nament-
lich die Schmiedemeister und ihre Gesellen waren zum groJ3ten T ei1
Protestan-
ten, die fest an ihrem Glauben hingen, und ihr Abzug erwies sich als
groeer
Nachteil nicht nur fur die Orte mit hochentwickelter Eisenindustrie,
wie fur
Waidhofen a. d. Ybbs, Ybbsitz, Gresten, sondern für die
osterreichische Eisen-
industrie uberhaupt, welche bisher den Weltmarkt beherrscht hatte ...u
46).
.4) Vg). Amn. 41 !
45) See f r i ed, a. a. 0.. S. 124.
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